Glossar Provisionsabrechnung

Zentrale Fachbegriffe zu Vergütung, Abrechnung, Systemen und Regulierung verständlich erklärt

Begriffe und Definitionen zur Provisions­abrechnung

Die Provisionsabrechnung ist geprägt von fachlichen, organisatorischen und regulatorischen Begriffen, die im Projekt- und Betriebsalltag präzise verstanden werden müssen. In diesem Glossar erläutern wir zentrale Begriffe rund um Vergütungsmodelle, Provisionslogiken, Hierarchien, Prozesse, IT-Systeme und aufsichtsrechtliche Anforderungen. Die Definitionen sind praxisnah formuliert und dienen als gemeinsame Verständigungsgrundlage für Fachbereiche, IT und Management.

A–D

Abschlussprovision

Eine Abschlussprovision ist die Vergütung, die beim Abschluss eines neuen Vertrags ausgelöst wird. Sie ist an konkrete Bedingungen wie Produkt, Laufzeit oder Zahlweise gekoppelt und wird ganz oder teilweise ausgezahlt. In der Praxis ist sie häufig von Stornohaftung betroffen und kann bei vorzeitigem Vertragsende anteilig zurückgefordert werden.

Synonyme:
Deutsch: Abschlusscourtage, Akquisitionsprovision, Einmalprovision, Abschlussvergütung, Upfront-Provision
Englisch: upfront commission

In der Praxis entsteht die Abschlussprovision zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses, wird aber wirtschaftlich über einen Haftungszeitraum betrachtet. Wird ein Vertrag innerhalb dieser Zeit storniert, erfolgt eine anteilige Rückforderung der bereits gezahlten Vergütung. Genau dieser Zeitbezug macht Abschlussprovisionen operativ anspruchsvoll, da Auszahlungen und Rückforderungen sauber miteinander verrechnet werden müssen. Provisionssoftware von FiANTEC unterstützt die Abbildung solcher zeitabhängigen Logiken, einschließlich der korrekten Behandlung von Stornohaftung und Rückabwicklung.

Batch-Verarbeitung

Batch-Verarbeitung bezeichnet die Verarbeitung von Daten in Paketen zu festen Zeitpunkten, etwa nachts oder zum Tages- bzw. Monatsende. Statt sofortiger Verarbeitung werden Vorgänge gesammelt und gemeinsam verarbeitet. Das ist besonders robust für große Datenmengen, führt aber zu zeitlichen Verzögerungen bei Korrekturen und Transparenz im laufenden Betrieb.

Synonyme:
Deutsch: Batchlauf, Stapelverarbeitung, Nachtlauf, Tagesendlauf, Tagesendverarbeitung, Monatsendverarbeitung, Monatslauf
Englisch: batch processing

Beispielsweise bedeutet Batch-Verarbeitung, dass ein Monatslauf die Provisionsabrechnung erst am ersten Tag des Folgemonats erzeugt. Änderungen oder Korrekturen wirken sich dadurch nicht unmittelbar aus, sondern erst mit dem nächsten Lauf. Das ist technisch stabil, erfordert aber saubere Korrekturlogiken und klare Prozesse, um Nachvollziehbarkeit sicherzustellen. Moderne Provisionssysteme wie die FiANTEC kombinieren Batch-Verarbeitung häufig mit ergänzenden Mechanismen, um Abrechnungsergebnisse konsistent und prüfbar bereitzustellen.

Bestandsprovision

Die Bestandsprovision ist die laufende Vergütung für die Betreuung und Pflege eines bestehenden Vertragsbestands. Sie knüpft typischerweise an den aktiven Vertrag, die Prämie oder den Beitrag sowie den jeweiligen Zeitraum an. Die Abrechnung erfolgt periodisch und gilt im Vergleich zur Abschlussprovision als weniger volatil.

Synonyme:
Deutsch: Bestandscourtage, Folgecourtage, Betreuungscourtage, laufende Provision
Englisch: trail commission

Typisch ist eine monatliche Bestandscourtage je aktivem Vertrag, die solange anfällt, wie der Vertrag besteht und betreut wird. Der kontinuierliche Charakter macht Bestandsprovisionen planbarer, erfordert aber eine saubere Periodisierung und klare Regeln für Beginn, Ende und Anpassungen bei Vertragsänderungen. Provisionssoftware von FiANTEC ist darauf ausgelegt, solche laufenden Vergütungen zeitgenau, konsistent und nachvollziehbar abzurechnen.

Betriebsnachweis

Ein Betriebsnachweis bezeichnet die Fähigkeit, gegenüber Revision oder Aufsicht belegen zu können, dass Prozesse kontrolliert und regelkonform ablaufen. Gemeint sind nicht einzelne Dokumente, sondern reproduzierbare Nachweise über Datenquellen, Regeln, Freigaben, Logs und Berechtigungen im laufenden Systembetrieb.

Synonyme:
Deutsch: Nachweisführung, Betriebsdokumentation, Betriebs-/Organisationsnachweis
Englisch: operating evidence

Ein typischer Anwendungsfall ist die Frage, welche Regelversion in einem bestimmten Monatslauf aktiv war und wer diese freigegeben hat. Solche Informationen müssen im Nachhinein konsistent abrufbar sein, ohne auf manuelle Rekonstruktionen angewiesen zu sein. In vielen Organisationen werden diese Nachweise innerhalb eines zentralen Abrechnungskontexts geführt; auch die FiANTEC Provisionssoftware dient dabei als Bezugspunkt, um Regelstände, Freigaben und Laufdaten strukturiert zusammenzuführen und prüfbar vorzuhalten.
  • FAQ: Welche regulatorischen Anforderungen gelten für Provisionsmodelle im Bankensektor?
  • FAQ: Welche Nachweise müssen Finanzvertriebe gegenüber Aufsicht & Partnern liefern?
  • Glossar: Record-keeping
  • Glossar: Prüfpfad
  • Glossar: Rollenmodell 

Datenkonsistenz

Datenkonsistenz beschreibt den Zustand, in dem dieselbe Information zur gleichen Zeit in allen beteiligten Systemen identisch vorliegt. Dazu zählen zum Beispiel Partnerrollen, Produktcodes oder der Vertragsstatus. Fehlt diese Konsistenz, können Provisionen rechnerisch korrekt sein und fachlich dennoch falsch, weil sie auf widersprüchlichen oder veralteten Datenständen basieren.

Synonyme:
Deutsch: Widerspruchsfreiheit, Datenstimmigkeit, konsistente Datenhaltung, Eindeutigkeit
Englisch: data consistency

Treffen in angebundenen Systemen unterschiedliche Datenstände aufeinander, etwa bei Rollen, Vertragsstatus oder Produktzuordnungen, wirkt sich das unmittelbar auf die Provisionsabrechnung aus. Abweichungen bleiben oft zunächst unbemerkt und führen erst später zu Korrekturen oder fachlichen Diskussionen. Entscheidend ist daher, Daten zeitlich eindeutig einzuordnen und systemübergreifend auf einen abgestimmten Stand zu bringen. Eine Provisionslösung muss solche Zusammenhänge transparent machen und konsistent verarbeiten können, damit Abrechnungsergebnisse auf einer belastbaren Datenbasis beruhen – eine Anforderung, auf die die FiANTEC Provisionssoftware technisch ausgelegt ist.

Direktvergütung

Direktvergütung bezeichnet die Vergütung für die Person oder Rolle, die einem Geschäft unmittelbar zugeordnet ist, etwa der Abschließer oder Betreuer. Es gibt keine hierarchische Beteiligungskette. Die Logik ist klar, wird aber komplex, sobald mehrere Beteiligte oder Zuständigkeiten ins Spiel kommen.

Synonyme:
Deutsch: Einzelvergütung, Direktprovision
Englisch: direct commission

In einfachen Fällen fließt die Vergütung vollständig an eine Person. Sobald jedoch Co-Betreuung, Vertretungen oder Zuständigkeitswechsel hinzukommen, müssen Anteile sauber abgegrenzt werden. Solche Abgrenzungen werden in der Praxis häufig systemisch festgehalten, unter anderem innerhalb der FiANTEC Provisionssoftware, damit direkte Zuordnungen auch bei mehreren Beteiligten nachvollziehbar bleiben und korrekt abgerechnet werden.
  • FAQ: Was ist der Unterschied zwischen Struktur- und Direktvergütung?
  • FAQ: Welche Komplexitätstreiber in Hierarchien in Vergütungsmodellen gibt es?
  • Glossar: Split-Logik 
  • Glossar: Strukturvergütung 

Doppelzuordnung

Doppelzuordnung bedeutet, dass ein Vorgang oder eine Person gleichzeitig mehreren Rollen oder Organisationen zugeordnet ist. Fachlich kann das korrekt sein, abrechnungstechnisch birgt es Risiken. Ohne klare Regeln entstehen Doppelzahlungen oder unbeabsichtigte Lücken.

Synonyme:
Deutsch: Mehrfachzuordnung, parallele Zuordnung

Trifft eine Person etwa gleichzeitig auf eine Linienfunktion und ein Projektteam zu, muss eindeutig festgelegt sein, wie Vergütungsanteile verteilt oder priorisiert werden. Entscheidend ist dabei der Zeitbezug: Welche Zuordnung galt zum relevanten Stichtag, und nach welcher Logik wird aufgeteilt? Solche Fälle werden häufig über definierte Prioritäten und Splits abgebildet, wie sie auch in der FiANTEC Provisionssoftware systemseitig geführt werden, um parallele Zuordnungen kontrolliert und prüfbar zu verarbeiten.
  • FAQ: Welche Komplexitätstreiber in Hierarchien in Vergütungsmodellen gibt es?
  • FAQ: Wie lassen sich komplexe Vermittlerhierarchien sauber darstellen?
  • Glossar: Split-Logik
  • Glossar: Zeitgültigkeit
  • Glossar: Matrixorganisation

E–H

Echtzeitverarbeitung

Echtzeitverarbeitung bedeutet, dass ein Geschäftsvorfall oder ein API-Aufruf unmittelbar eine Berechnung oder Prüfung auslöst. Statusänderungen und Ansprüche werden dadurch zeitnah sichtbar. In der Praxis reicht häufig eine echtzeitnahe Verarbeitung aus, sofern Datenqualität und Idempotenz sauber gelöst sind.

Synonyme:
Deutsch: Online-Verarbeitung, Event-Verarbeitung, Stream-Verarbeitung (nah), Sofortverarbeitung
Englisch: real-time processing, event-driven processing

Wird ein Geschäftsvorfall ereignisbasiert verarbeitet, lassen sich Statusänderungen unmittelbar nachvollziehen. Ein Storno kann so direkt eine Aktualisierung des Provisionsanspruchs auslösen, ohne auf einen periodischen Lauf zu warten. Voraussetzung dafür sind eindeutig identifizierbare Events, saubere Wiederholbarkeit bei Mehrfachmeldungen und klar definierte führende Datenquellen. In der Praxis werden solche Echtzeit- oder Echtzeitnah-Szenarien häufig mit einer zentralen Provisionslösung umgesetzt, etwa mit der Provisionssoftware von FiANTEC, um Berechnung, Dokumentation und Nachvollziehbarkeit konsistent zusammenzuführen.

End-to-End-Provisionsprozess

Ein End-to-End-Provisionsprozess beschreibt die vollständige Kette von der Datenanlieferung über Regelanwendung und Berechnung bis hin zu Buchung, Auszahlung, Reporting, Korrektur und Nachweis. Entscheidend ist, dass alle Schritte logisch und zeitlich zusammenhängen. Brüche zwischen den Prozessstufen führen dazu, dass Fehler erst spät erkannt und manuell nachbearbeitet werden müssen. Synonyme: Deutsch: durchgängiger Provisionsprozess, E2E-Prozess, Prozesskette Provision Englisch: end-to-end commission process
Ein typischer Ablauf ist ein Storno, das automatisch eine Rückabwicklung auslöst, anschließend in einen Korrekturlauf mündet und im Reporting nachvollziehbar erklärt wird. Damit solche Ketten stabil funktionieren, müssen Daten, Regeln und Buchungen über alle Stufen hinweg konsistent bleiben. In der Praxis werden diese durchgängigen Abläufe häufig in einem zentralen Systemkontext gebündelt, etwa innerhalb der FiANTEC Provisionssoftware, um Abrechnung, Korrektur und Nachweis ohne Medienbrüche miteinander zu verbinden.
  • FAQ: Wie laufen Provisionsprozesse in Banken typischerweise ab? 
  • FAQ: Welche Fehler treten bei manueller Provisionsabrechnung häufig auf?
  • Glossar: Batch-Verarbeitung
  • Glossar: Prüfpfad

Historisierung

Historisierung bedeutet, dass Strukturen, Rollen und Regeln mit ihrem jeweiligen Zeitbezug gespeichert werden. Dadurch lassen sich Berechnungen exakt nach dem Stand reproduzieren, der zum damaligen Zeitpunkt gültig war. Ohne Historisierung bleiben Abrechnungsergebnisse bei Rückfragen nicht belegbar, sondern nur näherungsweise erklärbar.

Synonyme:
Deutsch: Historie, Verlauf, Versionierung, Änderungsverlauf
Englisch: history tracking

Ändern sich zum Beispiel eine Vertriebsstruktur oder eine Vergütungsregel, muss für spätere Prüfungen klar erkennbar bleiben, welche Konstellation am Abschlusstag gegolten hat. Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen aktueller Sicht und historischer Wahrheit: Rückrechnungen, Stornos oder Nachberechnungen greifen auf frühere Zustände zu. In der Praxis wird diese zeitbezogene Nachvollziehbarkeit häufig zentral geführt, etwa über die Provisionssoftware von FiANTEC, um historische Datenstände, Berechnungen und Erklärungen konsistent zusammenzuführen.
  • FAQ: Welche Komplexitätstreiber in Hierarchien in Vergütungsmodellen gibt es?
  • FAQ: Welche Aspekte muss ein modernes Provisionssystem abbilden?
  • Glossar: Zeitgültigkeit
  • Glossar: Prüfpfad

I–L

Interessenkonflikt

Ein Interessenkonflikt liegt vor, wenn Vergütungs- oder Zuwendungsstrukturen Anreize schaffen, die nicht mit Kundeninteressen oder Compliance-Vorgaben übereinstimmen. Für Vergütungssysteme bedeutet das, dass Modelle nicht nur rechnerisch korrekt sein müssen, sondern auch sachlich begründbar und sauber dokumentiert.

Synonyme:
Deutsch: Konfliktlage, Interessenkollision
Englisch: conflict of interest (COI)

Ein klassisches Beispiel ist ein Bonus, der ausschließlich an den Absatz eines einzelnen Produkts gekoppelt ist, kann die Entscheidungslogik in der Beratung verschieben und damit einen Interessenkonflikt begünstigen. Spätestens bei internen Prüfungen oder externen Nachfragen muss dann nachvollziehbar sein, warum diese Anreizstruktur gewählt wurde und wie sie mit regulatorischen Vorgaben vereinbar ist. Solche Zusammenhänge werden häufig innerhalb eines konsolidierten Abrechnungsrahmens dokumentiert, wie er auch in der FiANTEC Provisionssoftware genutzt wird, um Vergütungsregeln, ihre Wirkung und ihre Begründung übergreifend sichtbar zu halten.
  • FAQ: Welche regulatorischen Anforderungen gelten für Provisionsmodelle im Bankensektor?
  • FAQ: Wie beeinflussen IDD und MiFID II die Provisionsabrechnung?
  • Glossar: Poolvergütung
  • Glossar: Zuwendungen (Inducements)
  • Glossar: Transparenzpflicht

Korrekturlauf

Ein Korrekturlauf ist ein erneuter Berechnungslauf, der ausgelöst wird, wenn sich Daten oder Regeln nach einem ursprünglichen Abrechnungslauf geändert haben. Typische Auslöser sind verspätete Buchungen, Stornos oder nachträgliche Strukturänderungen. Wichtig ist, dass nachvollziehbar bleibt, welche Abweichungen gegenüber dem Ursprungslauf entstanden sind.

Synonyme:
Deutsch: Nachlauf, Wiederholungslauf, Rechenlauf-Korrektur
Englisch: rerun, recalculation run

Ändert sich etwa der Vertragsstatus nach dem Monatsabschluss oder wird eine Buchung verspätet geliefert, müssen betroffene Provisionen neu berechnet und korrekt gegengebucht werden. Entscheidend ist dabei nicht nur das neue Ergebnis, sondern auch die saubere Gegenüberstellung von Alt- und Neuberechnung. Solche Differenzen und ihre Ursachen werden häufig systemseitig festgehalten, beispielsweise innerhalb der FiANTEC Provisionssoftware, um Korrekturen prüfbar zu dokumentieren und spätere Rückfragen eindeutig beantworten zu können.
  • FAQ: Wie laufen Provisionsprozesse in Banken typischerweise ab?
  • FAQ: Welche Fehler treten bei manueller Provisionsabrechnung häufig auf?
  • Glossar: Rückabwicklung
  • Glossar: Record-keeping
  • Glossar: Nachvollziehbarkeit 

M–P

Matrixorganisation

Matrixorganisation beschreibt eine Organisationsform, in der Personen gleichzeitig einer Linienstruktur und einer weiteren Struktur zugeordnet sind, etwa einem Projekt, einem Vertriebskanal oder einem Spezialteam. Für Provisionssysteme entsteht daraus Komplexität, weil Zuständigkeit und Vergütung nicht automatisch deckungsgleich sind.

Synonyme:
Deutsch: Matrixstruktur, Linien-/Projektmatrix
Englisch: matrix organization

In einer Matrix kann ein Geschäft fachlich korrekt mehreren Einheiten zugeordnet sein, während für die Vergütung klare Prioritäten oder Verteilregeln benötigt werden. Ohne eindeutige Logik laufen Verantwortung, Steuerung und Abrechnung auseinander. Solche Konstellationen werden häufig über zeitlich gültige Zuordnungen und definierte Verteilmechanismen geführt, wie sie auch in der FiANTEC Provisionssoftware abgebildet sind, um parallele Strukturen konsistent auszuwerten und nachvollziehbar zu halten.
  • FAQ: Welche Komplexitätstreiber in Hierarchien in Vergütungsmodellen gibt es?
  • FAQ: Wie lassen sich komplexe Vermittlerhierarchien sauber darstellen?
  • Glossar: Primärorganisation 
  • Glossar: Sekundärorganisation
  • Glossar: Doppelzuordnung 

Mehrstufiges Provisionsmodell

Mehrstufige Provisionsmodelle verteilen Vergütung über mehrere Ebenen, also an den direkten Beteiligten und zusätzlich an übergeordnete Rollen. Die Verteilung folgt definierten Prozentsätzen, Rollenlogiken und Bedingungen. Herausfordernd ist weniger die Berechnung selbst als die korrekte Zuordnung je Stufe über die Zeit hinweg.

Synonyme:
Deutsch: mehrstufige Provision, Hierarchiemodell, Multi-Level-Provision
Englisch: multi-level commission model

Typisch ist ein Abschluss, bei dem ein Teil der Vergütung an den Vermittler geht, weitere Anteile jedoch an Team- oder Bereichsleitungen fließen. Ändern sich Strukturen oder Rollen, muss für jede Stufe nachvollziehbar bleiben, welcher Zustand zum relevanten Zeitpunkt gegolten hat. Solche Staffelungen und ihre zeitliche Einordnung werden häufig systemisch zusammengeführt; auch in der FiANTEC Provisionssoftware werden mehrstufige Beteiligungen so geführt, dass Verteilungen, Änderungen und Nachweise je Ebene konsistent nachvollzogen werden können.
  • FAQ: Wie funktionieren mehrstufige Provisionsmodelle?
  • FAQ: Welche Komplexitätstreiber in Hierarchien in Vergütungsmodellen gibt es?
  • Glossar: Strukturvergütung
  • Glossar: Split-Logik 
  • Glossar: Zeitgültigkeit 

Nachvollziehbarkeit

Nachvollziehbarkeit bedeutet, dass für jede Zahlung vollständig erklärbar ist, wie sie zustande gekommen ist. Dazu gehören die verwendeten Inputdaten, die angewendete Regel inklusive Regelversion, die Berechnungsschritte, der Empfänger und der relevante Zeitraum. Ohne diese Transparenz lassen sich Ergebnisse nicht belastbar begründen.

Synonyme:
Deutsch: Erklärbarkeit, Reproduzierbarkeit
Englisch: traceability

In der Praxis entscheidet Nachvollziehbarkeit darüber, ob Rückfragen schnell beantwortet oder zu Eskalationen werden. Kann zu einer Zahlung unmittelbar gezeigt werden, welche Datenbasis und welche Logik gegriffen haben, reduziert das Abstimmungsaufwand erheblich. Solche erklärbaren Zusammenhänge werden häufig innerhalb eines zentralen Abrechnungskontexts geführt, in dem Berechnungen und ihre Herkunft strukturiert abgelegt sind, wie es auch in der FiANTEC Provisionssoftware umgesetzt wird, um Zahlungen transparent und prüfbar darzustellen.
  • FAQ: Welche Nachweise müssen Finanzvertriebe gegenüber Aufsicht & Partnern liefern?
  • FAQ: Welche Fehler treten bei manueller Provisionsabrechnung häufig auf?
  • Glossar: Prüfpfad 
  • Glossar: Recherchetool 
  • Glossar: Record-keeping 

Overheadvergütung

Overheadvergütung bezeichnet Vergütungsanteile, die nicht direkt einem einzelnen Abschluss zugeordnet werden, sondern über definierte Verteilregeln zur Finanzierung von Struktur- oder Overhead-Leistungen herangezogen werden. Sie betrifft damit Leistungen, die indirekt zum Vertriebserfolg beitragen. Ohne transparente Regeln bleibt unklar, wie die Anteile zustande kommen.

Synonyme:
Deutsch: Overhead-Anteil, Verwaltungs-/Strukturkostenanteil
Englisch: overhead allocation, override, overhead provision, overline

Ein Teil der Gesamtvergütung wird beispielsweise gesammelt und anschließend nach Kriterien wie Region, Organisationseinheit oder Umsatzanteil verteilt. Entscheidend ist, dass diese Verteilungsschlüssel nachvollziehbar dokumentiert sind, damit Beteiligte verstehen, warum welcher Anteil zugeordnet wurde. Solche Umlagelogiken werden häufig systemseitig geführt, etwa innerhalb der FiANTEC Provisionssoftware, um Overheadanteile, ihre Berechnungsgrundlagen und die resultierenden Zuordnungen transparent und prüfbar abzubilden.
  • FAQ: Wie werden Overheads oder Poolvergütungen abgerechnet?
  • FAQ: Welche Aspekte muss ein modernes Provisionssystem abbilden?
  • Glossar: Poolvergütung 
  • Glossar: Split-Logik
  • Glossar: Prüfpfad 

Poolvergütung

Poolvergütung bezeichnet ein Vergütungsmodell, bei dem bestimmte Vergütungsbestandteile zunächst gesammelt und erst anschließend nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel zugeordnet werden. Die Verteilung kann sich zum Beispiel an Umsatzanteilen, Rollen, Regionen oder Zielerreichung orientieren. Entscheidend ist, dass jede einzelne Zuteilung sachlich erklärbar bleibt.

Synonyme:
Deutsch: Pool, Sammelvergütung, Topfvergütung
Englisch: pool allocation, pool provision

In der Praxis wird etwa ein Teil der Vergütung pro Produktlinie in einem Pool gebündelt und am Periodenende nach definierten Kriterien auf mehrere Beteiligte verteilt. Damit diese Zuordnung akzeptiert wird, muss jederzeit nachvollziehbar sein, welcher Schlüssel angewendet wurde und wie sich der individuelle Anteil ergibt. Solche Poollogiken werden häufig zentral dokumentiert und ausgewertet, unter anderem innerhalb der FiANTEC Provisionssoftware, um Verteilungen transparent darzustellen und Rückfragen zur Herleitung einzelner Beträge sauber beantworten zu können.
  • FAQ: Wie werden Overheads oder Poolvergütungen abgerechnet?
  • FAQ: Welche Fehler treten bei manueller Provisionsabrechnung häufig auf?
  • Glossar: Overheadvergütung
  • Glossar: Nachvollziehbarkeit 

Primärorganisation

Primärorganisation bezeichnet die Hauptzuordnung eines Vermittlers innerhalb des Organisationsmodells. Sie ist maßgeblich für Reporting und häufig auch für die Vergütung. Entscheidend ist, dass diese Zuordnung mit Zeitbezug geführt wird, damit Abrechnungen und Rückrechnungen korrekt bleiben.

Synonyme:
Deutsch: Hauptorganisation, Linienorganisation, Stammorganisation

Bei Umorganisationen ändert sich die Primärzuordnung eines Vermittlers oft rückwirkend oder zu einem Stichtag. Für Abrechnungen muss dann eindeutig feststehen, welche Organisation zum jeweiligen Zeitpunkt gegolten hat, sonst entstehen falsche Zuordnungen in Vergütung und Reporting. Solche zeitgültigen Hauptzuordnungen werden in vielen Unternehmen systemisch gepflegt, auch innerhalb der FiANTEC Provisionssoftware, um historische Strukturen konsistent auszuwerten und Abweichungen nachvollziehbar zu halten.
  • FAQ: Was ist der Unterschied zwischen einer Primär- und Sekundärorganisation in der Provisionsabrechnung?
  • FAQ: Welche Komplexitätstreiber in Hierarchien in Vergütungsmodellen gibt es?
  • Glossar: Sekundärorganisation
  • Glossar: Zeitgültigkeit 

Provisionsabrechnung

Provisionsabrechnung bezeichnet den geregelten Ablauf, in dem Provisionsansprüche aus Geschäftsvorfällen berechnet, gebucht, ausgezahlt und erläutert werden. Entscheidend ist, dass für jede Buchung nachvollziehbar bleibt, wer warum welchen Betrag erhält. Dazu gehören auch Korrekturen und Nachberechnungen.

Synonyme:
Deutsch: Abrechnungslauf, Provisionslauf, Provisionsabrechnungsprozess, Abrechnungsperiode
Englisch: commission run, commission settlement

Typisch ist ein Monatslauf, in dem laufende Provisionen, Stornos und Nachberechnungen gemeinsam verarbeitet werden. Dabei müssen Änderungen aus früheren Perioden korrekt berücksichtigt und transparent erklärt werden, damit Abrechnungsergebnisse fachlich belastbar bleiben. In der Praxis wird diese Transparenz häufig über eine zentrale Provisionslösung hergestellt, etwa über die Provisionssoftware von FiANTEC, die Buchungen, Korrekturen und Erläuterungen konsistent zusammenführt.

Provisionsregelwerk

Das Provisionsregelwerk ist die Gesamtheit der Regeln und Parameter, die festlegen, wann ein Provisionsanspruch entsteht und in welcher Höhe er berechnet wird. Es definiert Bedingungen, Abhängigkeiten und Ausnahmen. Entscheidend ist, dass Regeländerungen kontrolliert vorgenommen und reproduzierbar angewendet werden können.

Synonyme:
Deutsch: Regelwerk, Regelbasis, Regelset, Provisionslogik, Berechnungslogik, Regelkatalog
Englisch: ruleset

In der Praxis umfasst ein Regelwerk oft mehrere Ebenen, etwa produktabhängige Sätze, rollenbezogene Beteiligungen und zeitliche Bedingungen. Änderungen an einzelnen Regeln wirken sich schnell auf viele Abrechnungen aus und müssen daher testbar, versioniert und eindeutig freigegeben sein. Solche strukturierten Regelbestände werden häufig zentral gepflegt; auch in der FiANTEC Provisionssoftware sind Regelwerke so organisiert, dass Anpassungen nachvollziehbar eingeführt und ihre Auswirkungen über Zeit sauber bewertet werden können.
  • FAQ: Welche Aspekte muss ein modernes Provisionssystem abbilden?
  • FAQ: Wann lohnt sich die Ablösung einer bestehenden Provisionslösung?
  • Glossar: Korrekturlauf 
  • Glossar: Zeitgültigkeit 

Prüfpfad

Ein Prüfpfad ist die lückenlose Kette von Nachweisen, die von der Datenquelle über Regel und Berechnung bis zur Buchung und Auszahlung führt. Sein Wert liegt darin, dass er pro Vorgang schnell auffindbar ist und nicht nachträglich verändert werden kann. Nur so lassen sich Ergebnisse belastbar belegen.

Synonyme:
Deutsch: Nachweiskette, Buchungs-/Berechnungspfad
Englisch: audit trail

Typisch ist ein Monatslauf, in dem laufende Provisionen, Stornos und Nachberechnungen gemeinsam verarbeitet werden. Dabei müssen Änderungen aus früheren Perioden korrekt berücksichtigt und transparent erklärt werden, damit Abrechnungsergebnisse fachlich belastbar bleiben. In der Praxis wird diese Transparenz häufig über eine zentrale Provisionslösung hergestellt, etwa über die Provisionssoftware von FiANTEC, die Buchungen, Korrekturen und Erläuterungen konsistent zusammenführt.
  • FAQ: Welche Nachweise müssen Finanzvertriebe gegenüber Aufsicht & Partnern liefern?
  • FAQ: Welche regulatorischen Anforderungen gelten für Provisionsmodelle im Bankensektor?
  • Glossar: Betriebsnachweis
  • Glossar: Record-keeping 
  • Glossar: Nachvollziehbarkeit 

Q–T

Recherchetool

Ein Recherchetool ist eine Oberfläche oder Funktion, mit der Fachanwender eigenständig Daten selektieren und Auswertungen erstellen können. Ziel ist es, Abfragen ohne Support-Tickets durchführen zu können. In Provisionsprozessen dient es häufig als zentrales Instrument zur Klärung und Erklärung von Abrechnungsergebnissen.

Synonyme:
Deutsch: Abfragetool, Analyse-Tool, Reporting-Tool, Query-Tool, Auswertungswerkzeug
Englisch: query tool, reporting tool

Kommt es zu Rückfragen aus Vertrieb oder Revision, wird das Recherchetool zum praktischen Korrektur- und Erklärmotor. Eine typische Abfrage lautet etwa: „Zeig mir alle Buchungen für Partner X inklusive der zugrunde liegenden Vergütungskonfigurationen.“ So lassen sich Abweichungen, Sonderfälle oder Korrekturen gezielt nachvollziehen, ohne operative Prozesse zu unterbrechen. In der Praxis werden solche Funktionen häufig in einer zentralen Provisionslösung gebündelt, beispielsweise innerhalb der Provisionssoftware von FiANTEC, um Fachbereiche unabhängig und prüfungssicher arbeiten zu lassen.

Record-keeping

Record-keeping bezeichnet die Pflicht und Fähigkeit, relevante Informationen so zu erfassen und aufzubewahren, dass sie später vollständig, unverändert und gezielt auffindbar sind. Dazu zählen insbesondere Berechnungsgrundlagen, Regelstände, Freigaben und zugehörige Kommunikationsinformationen. In der Provisionsabrechnung trennt Record-keeping die reine Zahlung vom erklärbaren Ergebnis. Synonyme: Deutsch: Aufzeichnungspflichten, Aufbewahrungspflichten, Dokumentationspflichten (nah), Nachweispflichten (nah) Englisch: record-keeping
Konkret heißt das, dass zu jeder Buchung die verwendeten Inputdaten, die gültige Regelversion und das berechnete Ergebnis dauerhaft gespeichert werden. Erst dadurch lassen sich Zahlungen auch Monate oder Jahre später schlüssig herleiten. Solche Aufzeichnungen werden häufig in einem zentralen Systemkontext zusammengeführt, wie es auch bei der FiANTEC Provisionssoftware der Fall ist, um Informationen konsistent zu sichern und bei Prüfungen ohne manuelle Rekonstruktion bereitzustellen.

Rollenmodell

Ein Rollenmodell beschreibt, welche Rollen es in einer Organisation gibt und welche Rechte, Zuständigkeiten und Vergütungslogiken daran geknüpft sind. Es schafft klare Zuordnungen und verhindert, dass Berechtigungen oder Vergütung „frei Hand“ vergeben werden. Damit bildet es die Grundlage für konsistente Prozesse.

Synonyme:
Deutsch: Rollen-/Berechtigungsmodell, Funktionsrollen, Rollen- und Rechtesystem
Englisch: role model

In der Praxis regelt ein Rollenmodell zum Beispiel, wer Provisionen auslöst, wer sie freigibt und wer lediglich Einsicht erhält. Diese Trennung ist entscheidend für interne Kontrolle und für den Nachweis gegenüber Revision oder Aufsicht. Entsprechend werden Rollen, Rechte und vergütungsrelevante Funktionen häufig systemisch zusammengeführt; innerhalb der FiANTEC Provisionssoftware werden solche Rollenmodelle genutzt, um Zuständigkeiten eindeutig abzubilden und Vergütungslogiken an klar definierte Funktionen zu koppeln.
  • FAQ: Welche Anforderungen stellt die BaFin an die Provisionsabrechnung?
  • FAQ: Welche Aspekte muss ein modernes Provisionssystem abbilden?
  • Glossar: Betriebsnachweis 
  • Glossar: Nachvollziehbarkeit 

Rückabwicklung

Rückabwicklung bezeichnet die systematische Korrektur von bereits abgerechneten und gegebenenfalls ausgezahlten Provisionen, wenn sich die zugrunde liegenden Daten oder Ereignisse ändern. Typische Auslöser sind Stornos oder Vertragsänderungen. Entscheidend ist, dass sowohl die finanzielle Buchung als auch die fachliche Begründung sauber nachvollzogen werden können.

Synonyme:
Deutsch: Rückrechnung, Stornoabrechnung, Rückbelastung, Korrekturabrechnung
Englisch: reversal, chargeback, clawback

Wird ein Vertrag nachträglich storniert, müssen zuvor gezahlte Provisionen anteilig oder vollständig korrigiert werden, inklusive klarer Erläuterung, auf welcher Basis die Anpassung erfolgt. Dabei ist wichtig, dass Ursprung und Korrektur logisch miteinander verknüpft bleiben und zeitlich korrekt eingeordnet sind. Solche Zusammenhänge werden häufig in einer zentralen Abrechnungsumgebung geführt, wie in der Provisionssoftware von FiANTEC. Dort werden Rückabwicklungen so abgebildet, dass Buchungen und Begründungen konsistent zusammenlaufen und prüfbar bleiben.
  • FAQ: Welche Fehler treten bei manueller Provisionsabrechnung häufig auf?
  • FAQ: Wie laufen Provisionsprozesse in Banken typischerweise ab?
  • Glossar: Stornohaftung 
  • Glossar: Korrekturlauf 
  • Glossar: Prüfpfad 

Sekundärorganisation

Sekundärorganisation bezeichnet eine zusätzliche Organisationszuordnung, die parallel zur Primärorganisation besteht. Sie wird genutzt, um weitere Sichten wie Matrixstrukturen, Kampagnen oder Vertriebskanäle abzubilden. In der Vergütung wirkt sie nur dann, wenn das Modell explizit parallele Zuordnungen oder Verteilungen vorsieht.

Synonyme:
Deutsch: Nebenorganisation, Zusatzorganisation, Matrixzuordnung

In der Praxis kann ein Vermittler einer Linienorganisation zugeordnet sein und gleichzeitig in einem Projekt- oder Kanalteam geführt werden. Für die Abrechnung ist dann festzulegen, ob diese zweite Zuordnung lediglich für Reporting dient oder vergütungsrelevant ist. Solche parallelen Sichten werden häufig systemisch getrennt und zeitlich eingeordnet geführt. Die FiANTEC Provisionssoftware nutzt dafür klar abgegrenzte Organisationsdimensionen, damit Verteilungen, Prioritäten und Auswertungen konsistent bleiben.
  • FAQ: Was ist der Unterschied zwischen einer Primär- und Sekundärorganisation in der Provisionsabrechnung?
  • FAQ: Welche Komplexitätstreiber in Hierarchien in Vergütungsmodellen gibt es?
  • Glossar: Doppelzuordnung 
  • Glossar: Matrixorganisation 

Sondervergütungsverbot

Sondervergütungsverbot bezeichnet regulatorische Vorgaben, nach denen Kunden im Vertrieb nicht durch unzulässige Vorteile oder Extras beeinflusst werden dürfen. Der genaue Anwendungsbereich hängt vom aufsichtsrechtlichen Rahmen ab. Für Vergütungssysteme ist entscheidend, dass geldwerte Vorteile eindeutig klassifiziert und nachvollziehbar dokumentiert werden. Synonyme: Deutsch: Verbot von Sondervergütungen, Vorteilsgewährungsverbot (umgangssprachlich)
Ein Gutschein oder Bonus im Zusammenhang mit einem Vertragsabschluss kann je nach Kontext zulässig oder unzulässig sein und muss entsprechend bewertet werden. Relevant ist dabei nicht nur der monetäre Wert, sondern auch Zweck, Zeitpunkt und Zuordnung zum Geschäftsvorgang. Solche Bewertungen werden in der Praxis häufig systemseitig festgehalten, wobei auch die FiANTEC Provisionssoftware zur strukturierten Erfassung von Vorteilen, ihrer Einordnung und der zugehörigen Nachweise herangezogen wird.
  • FAQ: Welche regulatorischen Anforderungen gelten für Provisionsmodelle im Bankensektor?
  • FAQ: Wie beeinflussen IDD und MiFID II die Provisionsabrechnung?
  • Glossar: Zuwendungen 
  • Glossar: Transparenzpflicht 

Source of Truth

Source of Truth bezeichnet das System, das für einen bestimmten Datentyp verbindlich ist. Dazu zählen zum Beispiel Partnerstammdaten, Produktstammdaten oder der Vertragsstatus. Fehlt eine klare Festlegung, entstehen Doppelpflege und abweichende Berechnungsergebnisse je nach genutzter Datenquelle.

Synonyme:
Deutsch: führendes System, Master-System, Golden Source, Stammdatensystem (kontextabhängig)
Englisch: source of truth, golden source

In der Praxis wird etwa festgelegt, dass die Partnerrolle ausschließlich aus der Partnerverwaltung stammt und nicht aus dem CRM übernommen wird. Diese Klarheit verhindert widersprüchliche Zuordnungen und sorgt dafür, dass Berechnungen auf einem einheitlichen Datenstand basieren. In komplexen Provisionslandschaften werden solche Führungsprinzipien häufig in einer zentralen Provisionslösung umgesetzt, etwa in der Provisionssoftware von FiANTEC, um Datenherkunft, Verarbeitung und Nachweisführung konsistent zusammenzuführen.

Split-Logik

Split-Logik beschreibt die Regel, nach der ein Vergütungsbetrag auf mehrere Beteiligte oder Organisationseinheiten verteilt wird. Die Aufteilung kann prozentual, rollenbasiert oder zeitanteilig erfolgen. Sie ist entscheidend dafür, ob parallele Zuordnungen korrekt aufgelöst werden oder zu Doppelzahlungen führen.

Synonyme:
Deutsch: Split-Regel, Verteilungslogik, Aufteilungsregel
Englisch: split logic, allocation rule

Ein typischer Fall ist die Aufteilung einer Provision zwischen Abschließer und Co-Betreuer nach einem festen Schlüssel, etwa 70/30, ergänzt um zeitliche Gültigkeit bei Zuständigkeitswechseln. Damit solche Verteilungen konsistent bleiben, müssen Regeln eindeutig priorisiert und historisiert sein. Diese Logiken werden häufig zentral geführt, beispielsweise in der FiANTEC Provisionssoftware. In der Software werden Split-Regeln mit Rollen, Zeitbezug und Zuordnungen zusammengebracht, sodass Aufteilungen je Vorgang nachvollziehbar bleiben.

Stornohaftung

Stornohaftung beschreibt den Zeitraum und den Mechanismus, in dem eine bereits gezahlte Abschlussprovision bei vorzeitiger Vertragsbeendigung ganz oder anteilig zurückgefordert werden kann. Sie sorgt dafür, dass Provisionen wirtschaftlich über einen definierten Haftungszeitraum betrachtet werden. Systeme müssen deshalb nicht nur auszahlen, sondern auch rückwirkend korrigieren können.

Synonyme:
Deutsch: Haftungszeit, Stornohaftungszeitraum, Provisionshaftung
Englisch: clawback

Endet ein Vertrag frühzeitig, wird geprüft, welcher Anteil der zuvor gezahlten Abschlussprovision innerhalb der Haftungszeit liegt und zurückzuführen ist. Diese Rückabwicklung greift oft zeitversetzt und wirkt sich auf bereits abgeschlossene Abrechnungsperioden aus. Damit solche Korrekturen nachvollziehbar bleiben, müssen Zeitbezug, ursprüngliche Auszahlung und Rückforderung sauber miteinander verknüpft sein. In der Praxis wird diese Logik häufig über zentrale Provisionslösungen abgebildet, etwa mit der Provisionssoftware von FiANTEC, um Stornos, Rückforderungen und Korrekturläufe konsistent zu verarbeiten.

Strukturvergütung

Strukturvergütung bezeichnet Vergütungsanteile, die zusätzlich zur direkten Vergütung entlang einer Hierarchie ausgezahlt werden, etwa an Team- oder Regionalleitungen. Die Verteilung orientiert sich an Rollen und Strukturebenen. Sie dient häufig als Steuerungsinstrument, um Führung und Entwicklung im Vertrieb zu incentivieren.

Synonyme:
Deutsch: Hierarchievergütung, Strukturprovision
Englisch: override commission, overline

Ein Abschluss kann beispielsweise eine direkte Provision für den Vermittler auslösen und zugleich strukturbezogene Anteile für übergeordnete Rollen. Entscheidend ist, dass diese Beteiligungen klar definiert sind und je Ebene nachvollziehbar bleiben, insbesondere bei Strukturänderungen oder rückwirkenden Korrekturen. Solche hierarchischen Verteilungsmechanismen werden in der Praxis systemisch zusammengeführt, wobei die FiANTEC Provisionssoftware Strukturvergütung als eigenständige Logik neben Direktanteilen abbildet und zeitlich korrekt einordnet.
  • FAQ: Was ist der Unterschied zwischen Struktur- und Direktvergütung?
  • FAQ: Welche Komplexitätstreiber in Hierarchien in Vergütungsmodellen gibt es?
  • Glossar: Mehrstufiges Provisionsmodell 
  • Glossar: Vermittlerhierarchie 

Strukturvertrieb

Strukturvertrieb beschreibt eine Vertriebsorganisation, in der mehrere Führungsebenen systematisch in Steuerung und häufig auch in die Vergütung eingebunden sind. Mit zunehmender Hierarchietiefe steigen die Anforderungen an klare Regeln, Zeitbezug und nachvollziehbare Abrechnungserklärungen.

Synonyme:
Deutsch: mehrstufiger Vertrieb, Hierarchievertrieb, Netzwerkvertrieb (nah)
Englisch: hierarchical sales (üblich), multi-level sales (selten)

In solchen Organisationen fließen Vergütungsanteile nicht nur an den direkten Vermittler, sondern auch an übergeordnete Ebenen. Strukturänderungen, Rollenwechsel oder rückwirkende Korrekturen müssen dabei eindeutig abbildbar bleiben, um Diskussionen zu vermeiden. Diese Zusammenhänge werden häufig in einer zentralen Abrechnungslogik gebündelt, in der auch die FiANTEC Provisionssoftware hierarchische Beteiligungen, Split-Regeln und zeitliche Gültigkeiten zusammenführt, sodass Abrechnungen erklärbar bleiben.
  • FAQ: Wie funktionieren mehrstufige Provisionsmodelle?
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  • Glossar: Vermittlerhierarchie 
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Transparenzpflicht

Transparenzpflicht bedeutet, dass Art und Umfang von Vergütungen oder Zuwendungen aktiv und nachvollziehbar offengelegt werden müssen. Die Information darf sich nicht erst auf Nachfrage ergeben, sondern muss konsistent zur Zahlung bereitgestellt werden. Entscheidend ist die Kausalität: Offenlegung und Abrechnung müssen auf derselben Datenbasis beruhen.

Synonyme:
Deutsch: Offenlegungspflicht, Disclosure-Pflicht, Informationspflicht
Englisch: disclosure requirement

Erhält ein Vertriebspartner oder Kunde eine Vergütungsinformation, muss diese eindeutig einer konkreten Zahlung, Regel und Periode zugeordnet sein. Abweichungen zwischen Abrechnung und Kommunikation führen schnell zu Vertrauens- oder Prüfungsproblemen. Solche konsistenten Zusammenhänge werden häufig systemisch organisiert, wobei die FiANTEC Provisionssoftware Vergütungsdaten, Regelstände und zugehörige Texte in einem gemeinsamen Kontext führt, sodass Offenlegung und Zahlung inhaltlich deckungsgleich bleiben.
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U–Z

Umsysteme

Umsysteme sind die Systeme, die Daten an das Provisionssystem liefern oder Abrechnungsergebnisse übernehmen. Dazu zählen beispielsweise Bestandssysteme, CRM, Buchhaltung oder Data-Warehouse-Lösungen. Jede Anbindung bringt eigene Datenlogik und Verantwortlichkeiten mit und ist damit ein zentraler Treiber für Integrationsaufwand.

Synonyme:
Deutsch: angeschlossene Systeme, Fremdsysteme, Partnersysteme, Nachbarsysteme
Englisch: surrounding systems, upstream systems, downstream systems

Im Alltag liefert etwa das Bestandssystem den Vertragsstatus, während die Buchhaltung Buchungen und Auszahlungen übernimmt. Damit Abrechnungsergebnisse korrekt sind, muss klar sein, welches Umsystem welche Information bereitstellt und zu welchem Zeitpunkt sie gilt. Je sauberer diese Rollen definiert sind, desto stabiler laufen Provisionsprozesse über Systemgrenzen hinweg. Solche Integrationsszenarien werden häufig über eine zentrale Provisionslösung koordiniert, beispielsweise über die Provisionssoftware von FiANTEC, um Datenflüsse, Zuständigkeiten und Abrechnungsergebnisse konsistent zusammenzuführen.

Vergütungsmodell

Ein Vergütungsmodell ist das Regel- und Parameter-Set, das festlegt, welche Rolle bei welchem Ereignis welche Vergütungsart in welcher Höhe erhält. In der Praxis besteht es selten aus einem einfachen Prozentsatz, sondern aus einer Kombination von Bedingungen, Aufteilungen, Ober- und Untergrenzen sowie zeitlichen Parametern. Das Modell bestimmt damit, wie Vergütung fachlich begründet und rechnerisch umgesetzt wird.

Synonyme:
Deutsch: Provisionsmodell, Incentive-Modell, Vergütungslogik, Provisionsschema
Englisch: compensation model

Typisch ist eine Kombination aus Abschlussprovision, Bestandsprovision und Zielbonus, die jeweils abhängig von Rolle, Produkt und Zeitraum greifen. Die Komplexität entsteht durch das Zusammenspiel dieser Komponenten und durch Ausnahmen, die über Zeit wirksam werden. Damit solche Modelle im operativen Betrieb tragfähig bleiben, müssen Regeln eindeutig interpretierbar sein und über Zeit stabil wirken. In der Praxis werden solche komplexen Regelsets häufig zentral gebündelt, etwa innerhalb der Provisionssoftware von FiANTEC, um unterschiedliche Vergütungslogiken strukturiert auszuwerten und erklärbar zu machen.

Vermittlerhierarchie

Vermittlerhierarchie bezeichnet die strukturierte Zuordnung von Vermittlern zu übergeordneten Ebenen wie Team, Region oder Direktion. Sie ist häufig direkt relevant für Steuerung und Strukturvergütung. Entscheidend ist, dass diese Zuordnung zeitgültig geführt wird, damit Abrechnungen auch bei späteren Umorganisationen korrekt bleiben.

Synonyme:
Deutsch: Strukturhierarchie, Vertriebs-/Vermittlerstruktur, Hierarchiekette
Englisch: sales hierarchy

Ändern sich Zuständigkeiten oder werden Teams neu zugeschnitten, muss klar sein, welche Hierarchiestruktur zum jeweiligen Abschlusstag gegolten hat. Andernfalls entstehen rückwirkend falsche Auszahlungen oder aufwendige Korrekturen. Solche zeitbezogenen Hierarchien werden in der Praxis häufig zentral gepflegt, wie innerhalb der FiANTEC Provisionssoftware, in der Vermittlerzuordnungen mit Gültigkeiten und Ebenen zusammengeführt werden, sodass Strukturvergütungen und Auswertungen konsistent bleiben.

Zeitgültigkeit

Zeitgültigkeit bedeutet, dass Stammdaten, Strukturen und Regeln mit einem klaren „gültig ab/bis“ versehen sind und Berechnungen stets auf den fachlich richtigen Stichtag zugreifen. Dadurch wird verhindert, dass spätere Änderungen rückwirkend falsche Ergebnisse erzeugen. Ohne Zeitbezug lassen sich Abrechnungen bei Korrekturen oder Umorganisationen nicht zuverlässig rekonstruieren.

Synonyme:
Deutsch: Gültigkeit, Wirksamkeit, Gültigkeitszeitraum, Stichtagslogik
Englisch: effective dating

Wechselt beispielsweise eine organisatorische Zuordnung mitten im Monat, muss für jeden Vorgang eindeutig feststehen, welche Struktur zum Abschlusszeitpunkt gegolten hat. Andernfalls entstehen fehlerhafte Rückrechnungen oder widersprüchliche Auswertungen. Häufig werden solche stichtagsgenauen Zuordnungen systemisch in Provisionssoftware wie die von FiANTEC geführt. In der Software werden Zeiträume und Gültigkeiten genutzt, um Berechnungen konsistent an historischen Datenständen auszurichten.
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  • Glossar: Historisierung 

Zuwendungen

Zuwendungen sind Vorteile oder Leistungen, die im Zusammenhang mit Vermittlung oder Beratung gewährt werden können und deshalb besonderen regulatorischen Anforderungen unterliegen. Zahlungen müssen eindeutig kategorisiert, fachlich begründet und bei Bedarf auswertbar sein. Entscheidend ist die saubere Zuordnung zum Geschäftsvorgang.

Synonyme:
Deutsch: Zuwendungsregelung, Provisionszuwendungen, Kickback (umgangssprachlich)
Englisch: inducements

Erhält ein Vertriebspartner eine Zahlung vom Produktanbieter, muss klar erkennbar sein, wofür diese Leistung gewährt wurde und in welchem Zusammenhang sie zur Beratung oder Vermittlung steht. Maßgeblich ist dabei, dass Zweck, Kategorie und Höhe der Zuwendung eindeutig festgehalten werden, um spätere Auswertungen oder Prüfungen zu ermöglichen. Solche Informationen werden häufig nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit der Abrechnung selbst geführt. In diesem Rahmen kann die FiANTEC Provisionssoftware als Bezugssystem dienen, in dem Zuwendungen strukturiert erfasst, eingeordnet und gemeinsam mit den zugehörigen Geschäftsvorgängen nachvollziehbar gemacht werden.
  • FAQ: Welche regulatorischen Anforderungen gelten für Provisionsmodelle im Bankensektor?
  • FAQ: Wie beeinflussen IDD und MiFID II die Provisionsabrechnung?
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Weiterführende Informationen